Dauerbrenner

HEFT 11-2013

Die Marine auf dem Weg in die Zukunft

Betrachtung der Grobstruktur und ihrer Genese

Frank Rhode

 

Eine Vielzahl der Leser dieses Artikels werden Bundeswehrreformen – ob sicherheitspolitisch oder zuvorderst finanzpolitisch getrieben – erlebt, aktiv gestaltet und sehr eigene Erfahrungen gemacht und persönliche Bewertungen gezogen haben.

Dem Thema „Marine auf dem Weg in die Zukunft“ kann man sich aus vielfältigen Betrachtungsperspektiven nähern. Im Folgenden wird das Thema aus organisationsstruktureller Sicht betrachtet und damit der Fokus im Wesentlichen auf organisatorische Aspekte gelegt.

Organisationsstrukturplanung beginnt regelmäßig nach einer konzeptionellen Ableitung von Auftrag und Aufgaben, also nach Erstellung von Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR), einer Konzeption der Bundeswehr (KdB), weiteren Folgedokumenten sowie Festlegungen der Leitung des BMVg, zum Beispiel zu Grundstrukturen und Umfangszahlen. Sie teilt sich auf in Grobstruktur- und Feinausplanung und geht über in die Feinstrukturplanung. Die Umsetzung in die konkrete Soll-Organisation (früher: STAN) erfolgt dann entlang der zeitlichen Vorgaben eines Realisierungsplanes.

Dieser Systematik folgt grundsätzlich auch dieser Beitrag. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betrachtung der Grobstruktur und ihrer Genese, denn wesentliche zukunftsweisende Änderungen der zukünftigen Marinestruktur wurden im Rahmen der Grobstrukturplanung angelegt.

Zu Beginn ein kurzer chronologischer Rückblick:
Das Bundeskabinett beschloss Ende 2010 einen Streitkräfteumfang von bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten (Personalstrukturmodell PSM 185) sowie 55.000 Zivilbediensteten, welche im weiteren Verlauf auf die Organisationsbereiche verteilt wurden. Im März 2011 entschied der Deutsche Bundestag, die Wehrpflicht auszusetzen, seit dem 01. Juli 2011 werden von der Bundeswehr keine Wehrpflichtigen mehr eingezogen. Im Mai 2011 wurden die VPR und die Eckpunkte für die Neuausrichtung durch den Bundesminister der Verteidigung Dr. de Maizière bekanntgegeben. Im Oktober 2011 folgte das Stationierungskonzept der Bundeswehr. Im März 2012 unterzeichnete der Bundesminister der Verteidigung den „Dresdner Erlass“, dieser regelt u.a. die neue Spitzengliederung der Bundeswehr und Einordnung der Inspekteure.

 

Grobstrukturplanung

Zum 30. September 2010 hatte die Marine ihre Struktur gemäß PSM 2010 eingenommen. Damit war der organisatorische Abholpunkt für die weiteren Planungen und insbesondere für die Grobstrukturplanung klar definiert.

Schon zu einem frühen Zeitpunkt hatte die Marine in diversen Arbeitsgruppen begonnen, Defizite – insbesondere auch strukturell bedingte – zu ermitteln. Ergänzend wurden als Vorarbeiten für die Ausgestaltung einer zukünftigen Marine Aufgaben und Prozesse analysiert, Empfehlungen zur Optimierung erarbeitet, Planungsleitlinien und Bewertungskriterien sowie Ausplanungsrationale für die zukünftige Marinestruktur entwickelt. Hierbei waren die ministeriellen Vorgaben zur Ausrichtung der Bundeswehr zu berücksichtigen.

Alle strukturellen Vorüberlegungen orientierten sich an der Zielsetzung

  • einen breiten Mix an unterschiedlichen Waffensystemen organisatorisch abzubilden,
  • die Organisation konsequent auf den Einsatz auszurichten,
  • truppendienstliche und fachliche Führung möglichst in einer Hand zu vereinen,
  • die Aufnahme von neuen Waffensystemen – auch organisatorisch – zu ermöglichen,
  • die operationelle Verfügbarkeit der Einheiten sicherzustellen und
  • die Abwesenheitsbelastung durch neue Besatzungsmodelle zu begrenzen.

Aufbauend auf den abgeleiteten Rationalen und Empfehlungen der Arbeitsgruppen wurden verschiedene Modelle für eine Grobstruktur entwickelt. Unter Leitung des damaligen Führungsstabes der Marine (Fü M) und unter Beteiligung der Höheren Kommandobehörden Flottenkommando und Marineamt entschied man sich für ein Modell, welches den Gestaltungskriterien besonders entsprach und geeignet war, die erkannten strukturellen Defizite zu beheben. Aufbauend auf dem ausgewählten Modellvorschlag erfolgte die Erarbeitung der künftigen Grobstruktur der Marine. Hierbei bildeten die schwimmenden Einheiten mit ihren vorgegebenen Besatzungsstrukturen und den Überlegungen zur Ausformung von Mehrbesatzungsmodellen den Ausgangspunkt.

Die Mehrbesatzungsmodelle als wesentliche strukturbestimmende und qualitative Neuerung verdienen an dieser Stelle eine detailliertere Darstellung.

 

Exkurs Mehrbesatzungsmodelle

Die Marine ist gefordert, der politischen Führung ein breites, flexibles und skalierbares Fähigkeitsspektrum zur Verfügung zu stellen, das möglichst viele militärische Handlungsoptionen eröffnet. Daher war zu prüfen, wie mit weniger Seekriegsmitteln und bei absehbar steigender finanzieller Enge die an die Marine gestellten Aufgaben erfüllt werden können.

Überlagert wird diese Herausforderung durch eine personelle Dimension. Die demografische Entwicklung führt absehbar zu einem sich verschärfenden Wettbewerb um hinreichend qualifizierte, junge Menschen. Demografiefestigkeit ist eines der Ziele der Neuausrichtung; dies erfordert neben interessanten Aufgaben und angemessener Bezahlung vom Arbeitgeber Marine auch Belastungen – wo immer möglich – zu begrenzen und Abwesenheiten planbar zu gestalten.

Mehrbesatzungsmodelle der Marine leisten damit einen Betrag zur Vereinbarkeit von Familie und Dienst. Letztlich wird mit Einführung der Mehrbesatzungsmodelle die operationelle Verfügbarkeit der vorhandenen Einheiten insgesamt erhöht.

Die Trennung von Plattform und Besatzung ermöglicht eine effizientere Nutzung der Einheiten im Einsatz und wird insbesondere die materiellen Möglichkeiten neuer Waffensysteme zur vollen Entfaltung bringen. Materiell einsatzfähige Einheiten können im Einsatzgebiet verbleiben, zeitlich „abgefahrene“ Besatzungen können nach Hause und entsprechend ausgebildete „frische“ Besatzungen an Bord gebracht werden. Stellschrauben beim MehrbesatzungsmodellEin Besatzungstausch erhöht damit die operationelle Verfügbarkeit einer Einheit (z.B. durch Minimierung von Transitzeiten) bei gleichzeitiger Begrenzung der seefahrtsbedingten Abwesenheit und Erhöhung der Planung für die Besatzungsangehörigen.

Die technische Betreuung und Bewachung von Werftliegern obliegt nicht mehr den Besatzungen, sondern sog. Werftgruppen. Durch die Werftgruppen werden wenige Dienstposten (DP) benötigt, in denen genau die während einer Werftliegezeit benötigten Qualifikationen abgebildet sind; die (Einsatz-)Besatzungen können die Zeiten zwischen den Einsätzen zur Regeneration, Weiterbildung und Inübunghaltung ihrer Qualifikationen nutzen.

Die Mehrbesatzungsmodelle der Deutschen Marine sind also in erster Linie nicht Mehr-Besatzungen, sondern ein modulares, klassenspezifisch ausgestaltetes System, das grundsätzlich folgende Elemente beinhaltet:

  • ein technisch-logistisches Element,
  • die stützpunktnahe Einsatzausbildung und Inübunghaltung,
  • einen Vorhalt zur Kompensation von ungeplanten Personalausfällen,
  • eine aus den klassenspezifischen Parametern abgeleitete Besatzungszahl und
  • eine daraus resultierende Anpassung der Stabsstruktur.

Nur bei Vorliegen und Zusammenwirken aller Komponenten kann dieses Modell die beabsichtigte Wirkung voll entfalten. Schiffs- und Bootsbesatzungen haben traditionell eine große Verbundenheit mit Ihrer Einheit. Die Mehrbesatzungsmodelle trennen diese Verknüpfung auf; der Erfolg hängt daher auch von der Handhabbarkeit und Akzeptanz im Flottenalltag ab. Die Einsatzflottille 1 hat hierbei durch über 60 Besatzungswechsel in den letzten 4 Jahren bereits umfangreiche positive Erfahrungen gesammelt.

 

Struktur der Marine 2016

Die Abbildung zeigt die Grobstrukturplanung der Marine für das Jahr 2016. Dieses Eckdatum resultiert aus der Vorgabe, bis dahin die Umfänge gemäß PSM 185 einzunehmen.

Im Marinekommando wurden die führungsrelevanten Aufgabenanteile des Führungsstabes der Marine, des Flottenkommandos und des Marineamtes fusioniert.

Ziel war es, jeweils Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung in einer Hand zusammenzuführen und für jede einzelne Fachaufgabe auch genau eine, dem Inspekteur verantwortliche Stelle abzubilden.

Dabei sollten einerseits das Tagesgeschäft möglichst vom Grundsätzlichen getrennt bleiben, andererseits aber sowohl vertikale als auch horizontale Schnittstellen auf ein Minimum beschränkt werden. Die Struktur des Marinekommandos orientiert sich an der Neustruktur BMVg und trägt den Prozessen der Neuausrichtung Rechnung.

Der personelle Schwerpunkt der künftigen Marine liegt mit insgesamt 70 % aller Dienstposten im Bereich Einsatz. Hier werden insbesondere die Einsatzflottillen gestärkt, indem sie umfassende Verantwortung, Kompetenz und Mittel zur Vorbereitung ihrer Einheiten auf den Einsatz erhalten. Damit wird die bereits in der Vergangenheit begonnene Ausrichtung der Flottillen auf den Einsatz konsequent weitergeführt, entsprechendes gilt für das Marinefliegerkommando (MFlgKdo).

Dem Bereich Basis sind das Marineunterstützungskommando (MUKdo), die Schulen und das Schifffahrtsmedizinische Institut der Marine zugeordnet. Im MUKdo wurden die technischen und logistischen Aufgaben zusammengeführt, die nach Abgabe der Rüstungs- und Nutzungsverantwortung in den Organisationsbereich AIN (Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung) auch weiterhin zur Wahrnehmung der Betriebsverantwortung durch den Inspekteur der Marine erforderlich sind.

Die Schulen müssen sich auf der Zeitachse einer deutlichen Veränderung stellen. Derzeit sind wesentliche Anteile der Waffensystemspezifischen Ausbildung der Marine (WSAM) an den Schulen abgebildet. Mit Aufstellen der Einsatzausbildungszentren (EAZ) bei der Einsatzflottille 2 bzw. den Verbänden der Einsatzflottille 1 erfolgt eine grundsätzliche Verlagerung der WSAM zu den EAZ. Die Zuordnung von Ausbildungsinhalten zu den einzelnen EAZ wird derzeit untersucht.

Da die Abbildung einzelner Ausbildungsanteile u.a. von der Verfügbarkeit einer entsprechenden Ausbildungsstruktur in den Stützpunkten abhängig ist, kann diese Veränderung nicht zu einem bestimmten Stichtag für alle betroffenen Ausbildungsinhalte erfolgen, sondern wird sich über einige Jahre, auch über das Zieljahr 2016 hinaus, erstrecken.

 

Integration zukünftiger Waffensysteme

Naturgemäß geben auch konzeptionelle und operationelle Planungen von Beschaffungsvorhaben den Takt für die Strukturplanung vor. Diese Planungen reichen weit über das Eckdatum 2016 hinaus, dennoch sind sie bereits jetzt bestmöglich strukturell zu berücksichtigen, auch wenn dies umso schwieriger wird, je weiter entfernt ein Plandatum in der Zukunft liegt. Daten werden inkonsistent, Fakten sind die Ausnahme und Annahmen werden dabei zur Regel.

Diesem Umstand trägt die Grobstruktur der Marine 2016 Rechnung, indem sie für eine spätere Integration neuer Fähigkeiten und/oder Waffensysteme offen ist, ohne die Organisation und Verbandsstruktur insgesamt infrage zu stellen. Konkret geht es hier um die Waffensysteme, die gesamtplanerisch noch nicht so verankert sind, wie die Marine es sich vielleicht wünschen würde, insbesondere das Joint Support Ship (JSS), das Mehrzweckkampfschiff 180 (MKS 180) und der neue Marinehubschrauber (MH neu).

Damit reicht der organisationsstrukturelle Planungshorizont weit über die Zielstruktur 2016 hinaus. Die nachstehende Abbildung spiegelt die grundsätzlichen Vorstellungen einer organisatorischen Zuordnung zukünftiger Waffensysteme in den Strukturen der Marine wieder.

  • Im Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) werden neben SAATEG VTOL (System zur abbildenden Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes, Vertical Take Off & Landing) die neuen Marinehubschrauber zusammengefasst.
  • Das 4. Fregattengeschwader kann neben den Fregatten der Klasse 125 zu gegebener Zeit das MKS 180 aufnehmen.
  • Die JSS können neben den Tendern der Klasse 404 in das Unterstützungsgeschwader integriert werden.

Der Planungsschritt der Grobstruktur endete mit der Billigung durch den Bundesminister der Verteidigung. Auf Basis dieser wurde die Feinausplanung der zukünftigen Marine entwickelt.

 

Feinausplanung und Feinstruktur-planung

Feinausplanung und Feinstrukturplanung sind eng miteinander verwoben. Die Feinausplanung umfasst wesentliche Informationen/ Inhalte zur Aufgabenabstimmung zwischen den Organisationsbereichen. Mit der grundsätzlichen Billigung der Feinausplanung durch den Bundesminister der Verteidigung wurde die Aufgabenverteilung zwischen den Organisationsbereichen festgelegt. Die anschließende Feinstrukturplanung umfasst die Abbildung der Binnenstruktur der Dienststellen bis auf die Ebene Dezernat (oder vergleichbar) mit Dienstpostenumfang im Dotierungsgefüge sowie Festlegung der Hauptaufgaben.

Ziel der Marine war eine vollständige Erfassung der Aufgaben, ihre redundanzfreie Abbildung und die Zuordnung eindeutiger Verantwortlichkeiten. In diesen Planungsschritt war der unterstellte Bereich eng eingebunden, indem auf Ebene Flottille/ Schule bzw. Verband/ Geschwader im Rahmen vorgegebener Obergrenzen Strukturvorschläge für den jeweiligen Bereich erarbeitet und vorgelegt wurden.

Eine besondere Herausforderung stellte die Feinstrukturplanung für das Marinekommando dar, weil von hier aus Schnittstellen zu anderen Bereichen bedient werden müssen und sowohl die Struktur des neuen BMVg als auch die Ausgestaltung der Prozesse zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abschließend festgelegt waren. Dies erforderte eine besonders enge Abstimmung aller noch in der alten Struktur an der jeweiligen Fachaufgabe beteiligten Stellen. Die Feinstrukturplanung der Marine bildet die Grundlage für die nachfolgende Erarbeitung der Soll-Organisation und die Realisierung.

Der Übergang in die neue Marinestruktur bedingt eine zeitliche Priorisierung. Aus den Rahmenbedingungen resultieren grundsätzliche Vorgaben für die Reihenfolge der Umstrukturierung:

  • Zusammenführen der Aufgaben des Führungsstabes der Marine und der Höheren Kommandobehörden im Marinekommando
  • Aufstellen des Marineunterstützungskommandos
  • Fortentwickeln der Einsatzflottillen und der Marinefliegerkräfte
  • Aufbauen und Anpassen der Elemente für Ausbildung und Unterstützung.

Basierend auf diesen Vorgaben wurde der Realisierungsplan der Marine entwickelt.

 

Realisierungsplanung der Marine

Zur Erarbeitung des Realisierungsplanes der Marine waren die Termine der Flottenplanung (In- und Außerdienststellung von Einheiten), der Einsatzplanung und des Zeitbedarfs zur Erarbeitung der Soll-Organisation für die einzelnen Dienststellen und Verbände zu korrelieren. Diese Planung wurde dann mit allen Organisationsbereichen der Bundeswehr abgestimmt.

Die Verlegung des MFG 5 nach Nordholz geht noch auf eine Entscheidung des Staatssekretärs Dr. Wichert im Jahr 2007 zurück. Die damals geplante „Marinefliegerzielstruktur“ war im Zuge der Neuausrichtung allerdings noch einmal zu überarbeiten, indem z.B. Aufgabenanteile des Flottenkommando und des Marineamtes in das Marinefliegerkommando integriert wurden.

In einem ersten Schritt wurden zum 01.10.2012 zeitgleich das Marinekommando und das Marineunterstützungskommando aufgestellt. Der zweite Schritt beinhaltet die Umstrukturierung/Anpassung des Bereiches Einsatz.

Die Abstimmungen für das 1. Ubootgeschwader, den Stab der Einsatzflottille 2 und das 2. Fregattengeschwader (inklusive Besatzung Fregatte 125) sind abgeschlossen. Die Einnahme der neuen Strukturen kann somit gem. den Vorgaben des Realisierungsplanes erfolgen. Die Folgeschritte (z.B. Geschwader der Einsatzflottille 1 und der Stab der Einsatzflottille 1) werden entlang der Zeitlinien des Realisierungsplanes umgesetzt.

Im dritten Schritt ist die Anpassung der Schullandschaft vorgesehen. Die Strukturanpassung der Schulen erfolgt regelmäßig am Ende einer solchen Neustrukturierung, weil sich der dabei zu berücksichtigende Ausbildungsbedarf erst aus der Summe aller Qualifikationen ergibt, die für Dienstposten (DP) in der Marine und für durch Marinesoldaten in den gemischt besetzten Organisationsbereichen zu besetzende DP benötigt werden.

 

Zusammenfassung

  • Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr hat die Marine ihre Strukturen und Prozesse weiter konsequent auf den Einsatz ausgerichtet. Im Bereich Einsatz liegt mit insgesamt 70 % aller Dienstposten der personelle Schwerpunkt der Marine.
     
  • Die neue Struktur der Marine bündelt die maritime Expertise in einer sehr flachen Führungsstruktur unter Verzicht auf die Divisions- beziehungsweise die Amtsebene. Dabei werden Zuständigkeit, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung jeweils zusammengeführt. Die Leistungsfähigkeit der Marine wird durch erhebliche Reduzierung der Schnittstellen und des Koordinationsaufwandes gesteigert. Insbesondere die Einsatzflottillen werden gestärkt und konsequent weiter auf den Einsatz ausgerichtet. Die Einsatzausbildung erfolgt zukünftig direkt in den Flottillen mit Schwerpunkt bei der Team-/Einsatzausbildung und Inübunghaltung der Besatzungen, um Erfahrungen aus Einsatz und Übung verzugslos in die Ausbildung einzubringen.
     
  • Mehrbesatzungsmodelle sind ein wesentliches und strukturbestimmendes Merkmal für die Neuausrichtung der Marine. Durch diese Modelle werden die Abwesenheitsbelastungen der Besatzungsangehörigen gesenkt, die Planbarkeit verbessert, Belastungsspitzen vermieden, der Verlegeaufwand in und aus den Einsatzgebieten reduziert und dadurch die operationelle Verfügbarkeit schwimmender Waffensysteme erhöht. Mit der Einführung der Mehrbesatzungsmodelle wird sich die Attraktivität des Dienstes an Bord erhöhen; dies stärkt die personelle Regenerationsfähigkeit der Marine und trägt so zur Demografiefestigkeit der Bundeswehr bei.
     
  • Die Marine ist mit der zukünftigen Struktur in der Lage, für die geforderten Fähigkeiten eine durchhaltefähige Beteiligung an laufenden und zukünftigen Einsätzen sicherzustellen und ermöglicht bei Bedarf die Integration neuer Fähigkeiten sowie neuer Waffensysteme.
     
  • Diese Struktur befähigt die Marine, der politischen Leitung ein breites, flexibles und skalierbares Fähigkeitsspektrum zur Verfügung zu stellen, welches möglichst viele militärische Handlungsoptionen eröffnet.

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