Marinen aus aller Welt

( mehr Beiträge im gedruckten Heft )

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ASERBEIDSCHAN

Das erst 2014 eingeweihte Schiffbau- und Reparaturzentrum der azerischen Küstenwache in Turkan (bei Baku) hat Ende August das vierte von sechs Küstenwachbooten der TUFAN-Klasse (Typ OPV-62) zu Wasser gelassen.

S-204 vor dem Stapellauf (Foto: aserb. Küstenwache)2013 hatte Präsident Alijew beschlossen, mit „substantieller“ israelischer Hilfe eine Fähigkeit zum Eigenbau von Fahrzeugen für die maritimen Sicherheitskräfte zu schaffen. Schon vor Fertigstellung der Werft hatte die israelische Israel Shipyards feste Bestellungen für jeweils sechs für die azerische Küstenwache bestimmte Wachboote OPV-62 (Variante der israelischen SA-AR-4,5 Korvette) und schnelle Wachboote der SHALDAG Mk V-Klasse erhalten. Zwei der sechs SHALDAG wurden übrigens noch vor offizieller Einweihung der neuen Werft dort bereits mit Hilfe von Israel Shipyards und aus Israel gelieferten Materialpaketen gebaut und auch schon von der azerischen Küstenwache in Dienst gestellt.

Auch der Bau der OPV-62 erfolgt in Turkan mit aus Israel gelieferten Materialpaketen und mit israelischer Werfthilfe. Die 62-m Boote verdrängen 470 ts und erreichen mit drei von Dieselmotoren getriebenen Wellen Höchstgeschwindigkeiten von mehr als Knoten. Zur Ausrüstung gehören modernste israelische Fernmelde- und Elektroniksysteme. Die Bewaffung besteht aus drei (eine 23-mm, zwei 12,7mm) vollautomatischen, ferngesteuerten israelischen Typhoon-Kanonen. Eine Landeplattform am Heck bietet die Möglichkeit zu Flugbetrieb mit einem leichten Hubschrauber.

Das erste dieser Boote (S-201) konnte schon 2015 zu Wasser gelassen werden und ist wie Baunummer zwei und drei auch bereits in Dienst gestellt. Die Werft kann gleichzeitig bis zu drei Boote bauen und ausrüsten, und direkt nach dem Stapellauf des vierten Bootes (S-204) wurde denn auch schon das sechste Boot auf Kiel gelegt. Die hochseefähigen Neubauten sollen der azerischen Küstenwache eine effektivere Grenzsicherung und Schutz der vor der Küste liegenden Öl-/Gasfördereinrichtungen in teils mit Russland und/oder dem Iran umstrittenen Gebieten ermöglichen.

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CHINA

Staatliche Medien haben erste Fotos eines neuen Seeziel-FK der chinesischen Marine veröffentlicht.

Der gezeigte Start von einem neuen Zerstörer der LUJANG-III-Klasse (Typ 052D) lässt darauf schließen, dass YJ-18 bereits formell bei der Flotte eingeführt ist. Bei dem neuen Seeziel-FK handelt es sich um einen aus Senkrecht-Startsystemen zu verschießenden dreistufigen Flugkörper, dessen Reichweite mit mehr als 500km angegeben wird. Ein Starttriebwerk (Booster) bringt den FK auf Kurs, das Marschtriebwerk führt ihn in die Nähe des Zieles, das dann mit der dritten Stufe überschallschnell mit etwa Mach 2 angeflogen wird; von Landzielfähigkeit ist auszugehen.

Optisch lassen sich deutliche Ähnlichkeiten zur russischen Kalibr-NK erkennen. China hatte vor etwa zehn Jahren für seine in Russland gebauten U-Boote der KILO-Klasse aus Russland mit Seeziel-FK Club-S Kalibr eine Exportvariante von Kalibr erhalten. Einiges deutet auf Nachbau, wofür auch die den russischen U-Bootgestützten Kalibr entsprechende Reichweite spricht. Die von russischen Überwasserkampfschiffen eingesetzten Kalibr-NK haben dagegen Reichweiten von mehr als 1.500 km. Unklar ist, ob Russland auch Lizenzen zum Nachbau verkaufte, oder China sich - wie schon zuvor bei anderen Gelegenheiten - kurzerhand zu einem „heimischen Klon“ entschloss.

LUJANG-III-Zerstörer schießt YJ-18 (Foto: staatl. chin. Medien)

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MALAYSIA

Mit der „Maharaja Lela“ ist die erste von sechs nach dem französischen GOWIND-Design zu bauenden neuen FK-Korvetten zu Wasser.

Stapellauf der 'Maharaja Lela' (Foto: RMN)Ende 2011 hatte die malaysische Marine (RMN) überraschend angekündigt, statt eines eigentlich fest geplanten zweiten Loses der KEDAH-Klasse (Meko 100RMN) sechs Schiffe der französischen Design-Familie beschaffen zu wollen. Medien spekulierten bei den Hintergründen für die unvermutete „Neubesinnung“ zu Gunsten der französischen DCNS (heute Naval Group) über „sehr günstige Offset-Geschäfte“. Die formelle Auftragserteilung ließ allerdings noch etwas warten; erst 2014 wurden mit der malaysischen Boustead-Werft die Verträge über den Bau der sechs Schiffe mit französischer Werfthilfe unterzeichnet.

Basisdesign ist die 3.000ts große (111m) Variante GOWIND-2500. Als Bewaffnung werden neben Rohrwaffen (57-mm, 30-mm) norwegische Seeziel-FK NSM und französische Nahbreichs-Flugabwehr-FK MBDA VL Mica genannt. Mit U-Jagdtorpedos und tiefenvariablem Sonar werden die Schiffe auch U-Jagdfähig.

Mit 21 Tagen Seeausdauer sollen sie im Schutz von Seeverkehrswegen und Wirtschaftszonen (vor allem im Südchinesischen Meer) sowie im SAR-Dienst zum Einsatz kommen. Die nun fertig auszurüstende „Maharaja Lela“ soll der RMN 2018 übergeben und 2019 von dieser in Dienst gestellt werden, die anderen fünf Schiffe dann bis 2023 folgen. Alle werden nach malaysischen National-/Kriegshelden des 19. Jahrhunderts benannt.

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SÜDKOREA

Hyundai Heavy Industries (HHI) hat Anfang September das neunte U-Boot der KSS-II-Klasse aus der Bauhalle gerollt und zu Wasser gelassen.

südkoreanisches U-Boot Typ 214 (KSS-II) (Foto: Michael Nitz)Die „Sin Dol-Seok“ ist das letzte für die südkoreanische Marine (ROKN) zu bauende U-Boot dieses Typs. Die getaucht 2.000ts verdrängenden 65-m-Boote, von denen fünf bereits in Dienst gestellt sind und ein sechstes geliefert ist, sind Lizenzbauten des deutschen TYP 214 (mit außenluftunabhängigem Brennstoffzellenantrieb - AIP). Sie entstanden teils bei HHI, teils auch bei Daewoo und in enger Kooperation mit der deutschen tkMS (HDW), die für ihren Bau auch Materialpakete nach Südkorea geliefert hat.

Die weitere Planung der ROKN sieht den Bau von zurzeit bis zu sieben deutlich größeren U-Booten vor. Mit etwa 3.800ts Tauchverdrängung und ebenfalls AIP sollen die KSS-III mit bis zu 1.000km weit reichenden Marschflugkörpern bewaffnet werden. Hauptauftragnehmer Daewoo entwickelt für sie ein Vertikalstartsystem, das möglicherweise auch ballistische Flugkörper verschießen soll. Das Typboot (erster Stahlschnitt 2014) soll 2018 zu Wasser gelassen und 2020 an die ROKN übergeben werden. Ein zweites KSS-III ist bereits im Bau.

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